Glossar

Die unten stehende Sammlung an Begriffen wird von mir fortlaufend erweitert. Kennen Sie einen typisch spanischen Weinbegriff, der hier noch fehlt? Dann lassen Sie es mich gerne wissen: blog@spaniens-weinwelten.com

Abocado
ist das spanische Wort für einen lieblichen Wein.

Amontillado
ein dunkler Sherry, der aus der Gegend rund um die andalusische Stadt Montilla kommt und der in trockenen bis süßen Varianten abgefüllt wird.

Anada
das Wort verwenden Spanier, wenn sie von einem großen Jahrgang sprechen.

Anejo
ein Wein, der mindestens drei Jahre ausgebaut wurde, davon allerdings nicht zwingend im Holzfass wie zum Beispiel eine Reserva.

Arrope
ein eingekochter Traubenmost, der manchen Likörweinen aus Málaga (Vino de Málaga) zur Süßung beigegeben wird.

Barrica
frz. Barrique. Ein Eichenfass, das 225 Liter fasst. Die Lagerung in „barricas“ verleiht dem Wein zusätzliche Geschmacksnoten wie Vanille-, Tabak- und Röstaromen. Wie intensiv diese Aromen ausfallen, hängt zum einen von der Dauer der Fasslagerung und zum anderen davon ab, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittbelegung handelt. Darüber hinaus gibt es markante Unterschiede zwischen amerikanischer und französischer Eiche: Amerikanische Eiche ist grobporiger als französische und gibt deshalb mehr Eigenaromen an den Wein ab.

Blanco
spanisch für Weißwein.

Bodega
das Wort Bodega hat im Spanischen mehrere Bedeutungen und Verwendungen. Es kann fast jede Örtlichkeit sein, die mit Wein zu tun hat: ein privates Weinlager, ein Weinkeller, eine Weinbar oder selbst ein Weingut.

Cava
was in Frankreich Cremant oder Champagner heißt, ist in Spanien der Cava. Also ein Schaumwein, der im Verfahren der Flaschengärung entsteht. 95% aller Cavas kommen aus Katalonien, dort wiederum die meisten aus dem Weingebiet Penedès, wo unter anderem Produzenten wie Codorníu und Freixenet angesiedelt sind. Nur sehr wenige, geografisch kleingefasste Weingemeinden außerhalb Kataloniens, namentlich in Aragón (1), Rioja (3), Ribera del Duero (1), Utiel-Requena (1) und der Extremadura (1) dürfen ihre Schaumweine als Cava bezeichnen. Zwingende Voraussetzung ist dabei stets die angewandte Methode der Flaschengärung. Für den großen Rest Spaniens gilt, dass Schaumweine (selbst jene mit Flaschengärung) aus gebietsschutzrechtlichen Gründen nicht als Cava, sondern als „Espumoso“ (Sekt) deklariert werden.

Celler
katalanisch für „Weingut“. Entsprechend kommt das Wort häufig in den Namen katalanischer Weingüter anstelle des spanischen Begriffs „Bodegas“ vor.

Costa
nicht Cordalis, sondern ein junger Roséwein, der in der Alpujarra, einer Bergregion in der Provinz Granada (Andalusien), hergestellt wird. Costa wird mancherorts auch Mosto (Most) genannt, was seinem etwas groben Geschmack sicher entspricht. Er wird in den Alpujarras häufig für den Eigengebrauch gekeltert, in manchen Tavernen und Bodegas aber auch ausgeschenkt bzw. zum Verkauf angeboten.

Crianza
eine Bezeichnung, die sich auf den Ausbau des Weins bezieht. Ein Wein mit dem Label Crianza muss geringstenfalls zwei Jahre reifen, davon mindestens sechs Monate (im Rioja und Ribera del Duero sogar ein Jahr) in Eichenfässern, den barricas.

DO – Denominación de Origen
eine Herkunfts- und Qualitätsbezeichnung, die zum einen auf die Region, aus welcher der Wein stammt, verweist und zum anderen garantiert, dass bestimmte Qualitätskriterien bei der Weinproduktion eingehalten und beispielsweise regionaltypischen Rebsorten verwendet werden. In Spanien gibt es über 60 Weinregionen, die DO-klassifiziert sind.

DOCa – Denominación de Origen Calificada
eine Herkunfts- und Qualitätsbezeichnung, die ausschließlich Weine aus den Regionen Rioja und Priorat tragen dürfen. DOCa-Weine unterliegen nochmals höheren Qualitätskriterien als DO-Weine. Lassen Sie sich aber keinesfalls zu sehr von diesen Bezeichnungen beeindrucken! Weine aus dem Rioja bzw. Priorat (DOCa) sind nicht automatisch besser als Weine aus Regionen wie zum Beispiel Ribera del Duero, Navarra, Jumilla, Calatayud oder Bierzo (alle DO). Auch unterscheiden sich die Qualitäten innerhalb der Klasse der DO- bzw. DOCa-Weine enorm. Ein DO- bzw. DOCa-Etikett alleine macht deshalb noch lange keinen guten Wein aus.

DOP – Denominación de Origen Protegida
für DOP gilt im Grunde das, was ich bereits unter DO bzw. DOCa aufgeführt habe. Es handelt sich um eine Qualitätsweinbezeichnung, die garantiert, dass der Wein und die darin enthaltenen Reben aus dem genannten Herkunftsgebiet stammen und definierte Qualitätsstandards bei der Produktion eingehalten sind. Die Ergänzung Protegida (dt.: geschützt) kann bedeuten, dass zum Beispiel bei der Ernte auf Maschinen verzichtet wird – also althergebrachte, traditionelle Erntemethoden angewendet werden.

Dulce
der spanische Begriff für einen süßen Wein.

Fino
die Bezeichnung für einen trockenen Sherry.

Gran Reserva
eine Bezeichnung, die sich auf den Ausbau des Weins bezieht. Ein Wein mit dem Label Gran Reserva muss wenigstens fünf Jahre reifen, davon mindestens zwei Jahre in Eichenfässern, den barricas. Bei Weiß- und Roséweinen beträgt die Lagerzeit mindestens vier Jahre, davon nicht weniger als sechs Monate im Holzfass.

Joven
Bezeichnung für einen Wein, der jung getrunken wird und nicht für eine längere Lagerung bestimmt ist.

Manzanilla
ein heller, trockener Sherry (Fino) aus der andalusischen Hafenstadt Sanlúcar de Barrameda. Ein Manzanilla mit der Zusatzbezeichnung „Pasada“ offenbart einen dezenten salzigen Geschmack.

Oloroso
ein dunkler Sherry-Typ, der sein Farbspiel von Bernstein bis Mahagoni durch die Reifung in Holzfässern erhält. Oloroso gibt es in trockenen Varianten, häufiger jedoch als süßen (und idealen) Dessertwein.

Reserva
eine Bezeichnung, die sich auf den Ausbau des Weins bezieht. Ein Rotwein mit dem Label Reserva muss mindestens drei Jahre reifen, davon zumindest ein Jahr in Eichenfässern, den barricas. Bei Weiß- und Roséweinen beträgt die Lagerzeit geringstenfalls zwei Jahre, davon mindestens sechs Monate im Holzfass.

Rosado
spanisch für Roséwein

Seco
die Bezeichnung für einen trockenen Wein.

Sherry
ein (auf-)gespriteter Wein aus dem Anbaugebiet Jerez in Andalusien. Sherry gibt es in vielen Macharten – von trocken bis süß, von hell bis dunkel. (Auf-)Gespritet bedeutet, dass die Gärung des Weins durch Zugabe von Branntwein gestoppt wird – ein Verfahren, das zum Beispiel auch beim Portwein Anwendung findet.

Solera
Bezeichnung eines Verfahrens, das bei der Reifung von Sherry und Málagawein in Eichenfässern angewendet wird. Dabei werden schrittweise jüngere Jahrgänge dem alten, sich im Fass befindenden Wein zugegeben. So entsteht ein Verschnitt verschiedener Jahrgänge.

Tinto
spanisch für Rotwein

VdlT – Vino de la Tierra
ein sogenannter Landwein, der als Qualitätskategorie etwa dem französischen Vin de Pays entspricht. Ein Vino de la Tierra ist im Status niedriger angesiedelt als ein DO– bzw. DOC-Wein, weil er in seiner Herstellung bestimmten DO- oder DOC-Anforderungen (z. B. regionaltypische Rebsorten zu 100% aus einem Gebiet) nicht nachkommt. Dass muss jedoch nicht heißen, dass ein VdlT-Wein automatisch schlechter schmeckt. Siehe dazu meine Anmerkungen im Eintrag DOC.

VdM – Vino de Mesa
ein einfacher Tafel- oder Tischwein, der in der Qualitätskategorie unter DOC, DO und VdlT angesiedelt ist.

Viejo
Bezeichnung für einen Qualitätswein, der mindestens drei Jahre gelagert wurde.

VP – Vino de Pago
pago bedeutet im Spanischen „Ortschaft“, „Einzellage“ oder „Weingut“. Die Klassifizierung VP gilt als hohe Qualitätsauszeichnung, die nur an wenige Weinbetriebe vergeben wird. Derzeit sind es in ganz Spanien nur 13 Weingüter, die das Etikett Vino de Pago führen dürfen. Voraussetzung dafür ist, dass der so bezeichnete Wein aus einer ihrer Einzellagen stammt.