Spaniens Topweine kommen aus Andalusien

Manchmal sind die Dinge so einfach. Ich schreibe gerade an diesem Beitrag über elf andalusische Spitzenweine und überlege die ganze Zeit, ob eine generelle Aussage wie “Andalusien hat die besten Weine Spaniens” gerechtfertigt ist oder ob ich mich damit zu weit aus dem Fenster lehne. Da ploppt eine Meldung des angesehenen Weinführers Guia Peñin am Bildschirm auf, in der genau dies steht.

Für die neue Ausgabe 2023 hat das Verkostungsteam des Peñin-Guides in der ersten Jahreshälfte nach eigenen Angaben insgesamt 9.852 spanische Weine von rund 2.000 Weingütern in ganz Spanien bewertet. Zum allerersten Mal in der über 30-jährigen Geschichte des Weinführers haben zwei Weine die Höchstnote 100 Punkte erreicht: der Pedro Ximénez Solera 1830 von Bodegas Alvear und der Conde de Aldama Amontillado “Bota NO” von Bodegas Yuste. Beides sind Weine aus Andalusien.

Des Weiteren kommen zehn Weine auf 99 Punkte. Mit drei Gewächsen von Pérez Barquero, Equipo Navazos und Jorge Ordoñez ist Andalusien auch hier überproportional stark vertreten. Das Titelbild dieses Beitrags zeigt übrigens Victoria Ordoñez in einem ihrer Weinberge in den Montes de Málaga, wo ich sie kürzlich besuchte. Sie ist die Schwester des genannten Jorge und übertrifft ihn meiner Meinung nach sogar. Ich komme etwas später auf sie zurück. Bleiben wir vorläufig noch beim Peñin-Guide.

Schaut man sich die Weinbewertungen der siebzig spanischen DO-Appellationen an, so gehen die Plätze 1, 2 und 5 an andalusische Anbaugebiete. Jerez führt die Rangliste mit durchschnittlich 93,11 Punkten an, gefolgt von Montilla-Moriles (92,12 Punkte), Priorat (91,52), Bierzo (90,7), Málaga und Sierras de Málaga (90,65), Ribeira Sacra (90,57), Ribera del Duero (90,57), Rías Baixas (90,53), Valdeorras (90,52) und Montsant (90,26).

Kurzum: Andalusien räumt im Peñin-Guide 2023 voll ab. Sowohl bei den Bewertungen der einzelnen Weine als auch bei den Durchschnittswerten der Anbaugebiete steht es an der Spitze der Rankings.

Macharnudo, Jerez, Andalusien
Der Weinberg Macharnudo, hier ein Ausschnitt davon, gehört zu den berühmtesten Lagen in Jerez (Foto: Thomas Götz).

Wird nicht streng genug bewertet?

“Noch nie gab es in der spanischen Weinszene so viel Qualität in Kombination mit Vielfalt”, stellt Carlos González, Verkostungsleiter des Peñin-Führers, ganz allgemein fest. Wer würde ihm da widersprechen wollen. Bei aller Freude darüber, dass er und sein Team ein ähnliches Faible für Andalusien zu haben scheinen wie ich, machen mich die insgesamt hohen Punktevergaben trotzdem stutzig.

So gibt der Peñin-Führer etwa bekannt, dass von den 9.852 verkosteten Weinen stolze 5.201 Weine mindestens 90 Punkte erhielten, was sie per Definition zu “exzellenten Weinen” macht (den Bereich von 90 bis 94 Punkten definiert Peñin mit “Vino Excelente”, ab 95 Punkten mit “Vino Exceptional”). Dies entspricht 53 Prozent der bewerteten Weine. Exzellent ist demnach das neue Mittelmaß, und es drängt sich die Frage auf, was 90 Punkte dann überhaupt noch wert sind und was für eine Aussagekraft sie haben. Ich kenne spanische Winzer, die sich über eine solche Bewertung gar nicht mehr freuen. Kein Wunder bei einer derart inflationären Vergabe hoher Noten. Ein Wein aus Jerez mit 93 Punkten – eigentlich eine hervorragende Bewertung – liegt bei Peñin bereits unter dem Gebiets-Schnitt (93,11), ist also genau genommen unterdurchschnittlich.

Andalusien: fünf Qualitäts- und 16 Landweingebiete

In das Thema Sinn und Aussagekraft von Punkten möchte ich mich heute allerdings nicht weiter vertiefen. Dieser Blog ist vor allem auch ein persönliches Weintagebuch. In den vergangenen zwei Monaten besuchte ich diverse Tastings, Events und Weingüter in den andalusischen Provinzen Cádiz, Málaga und Granada. Es geht hier und jetzt um elf Weine und Erzeuger, die ich dabei herausragend gut fand – elf Topweine, welche die stilistische Bandbreite Andalusiens aufzeigen.

Zehn Weine stammen übrigens aus weißen Trauben. Rotweintrinker werden sicherlich mehr Genuss in Regionen wie Rioja, Priorat, Ribera del Duero oder Gredos finden. Aber wenn wir von Weißweinen sprechen, dann ist Andalusien praktisch unschlagbar. Als Weißweine im weitesten Sinne zähle ich freilich die klassischen Finos, Amontillados, Olorosos und Süßweine mit dazu. Fünf der elf Gewächse fallen in diese Kategorien.

Gonzalez Byass, Jerez, Andalusien
Mit dabei auch ein Fino von Gonzalez Byass. (Foto: Thomas Götz)

Vorab noch ein paar Daten zu Andalusien: Laut spanischem Agrarministerium wurde Weinbau in Andalusien im Jahr 2020 auf knapp 30.000 Hektar betrieben. Das ist nicht allzu viel, wenn man bedenkt, dass sich diese Fläche auf fünf DO-Appellationen und 16 Landweingebiete verteilt. Selbst das weltbekannte Sherry-Gebiet kommt nur auf etwa 6.500 Hektar. Das ist zehnmal kleiner als etwa die Anbaufläche der DOCa Rioja.

Einzig vier Rebsorten, alle weiß, werden laut Agrarministerium auf mehr als 1.000 Hektar kultiviert. Dies sind: Palomino Fino (8.300 ha), Pedro Ximénez (6.100 ha), Zalema (4.000 ha) und Moscatel de Alejandría (3.700 ha). Diese vier Trauben machen knapp Dreiviertel des gesamten Weinbaus aus.

Im Kontrast dazu decken die Olivenhaine in Andalusien die schier unfassbare Fläche von 1,65 Millionen Hektar ab. Diese Zahl nennt ebenfalls das spanische Agrarministerium für 2019. So gesehen nimmt Wein an der landwirtschaftlichen Produktion also nur eine untergeordnete Rolle ein.

Nichtsdestotrotz ist die Tradition riesig und die Weinkultur hat einen hohen Stellenwert im andalusischen Leben. In Cádiz (Sherry) und Málaga wird Wein seit über 3.000 Jahren kultiviert – als erste Orte auf der iberischen Halbinsel überhaupt. Málaga zählte bis ins 19. Jahrhundert zu den weltweit bekanntesten Anbaugebieten. Den sogenannten Málagawein verewigten sogar Schiller und Goethe in ihren Texten.

Dieser bescheidene Text kommt nun zu den elf grandiosen andalusischen Weinen in alphabetischer Reihenfolge:

Barbadillo – S. Roberto Amontillado Bota Unica 1/2 (Jerez)

Barbadillo S. Roberto

Barbadillo ist ein großer Name in der Sherry-Welt, und zum 200-jährigen Jubiläum des Hauses wurde dieser außergewöhnliche Amontillado mit einem Durchschnittsalter von über dreißig Jahren abgefüllt. Es handelt sich dabei um zwei Fässer (Botas) aus den Beständen der alten Weinkellerei San Roberto, die zur Barbadillo-Gruppe gehört. Aus 100% Palomino Fino gekeltert, mit 10 g/l Säure und einem pH-Wert von 3,0. Er ist bernsteinfarben, staubtrocken, enorm konzentriert und komplex, mit einer gewisse Schärfe und Würze wie es für einen Amontillado typisch ist, zugleich aber auch geschliffen, elegant und sehr lang. Einzigartig!


Barranco Oscuro – 1368 Cerro Las Monjas 2003 (Alpujarra)

Manuel Valenzuela und Felix Bodmann

Neulich besuchte mich der Journalist und Blogger Felix Bodmann, aka Der Schnutentunker, und wir fuhren zusammen zum Weingut Barranco Oscuro in die Alpujarra-Contraviesa. Obwohl nur 15 Kilometer vom Mittelmeer entfernt, befinden sich die Weinberge bereits auf über 1.300 Metern Höhe. Es sind mit die höchsten Lagen in ganz Europa. 
Der Kopf hinter Barranco Oscuro ist Manuel Valenzuela, vermutlich ist er Spaniens erster Naturweinmacher. Man sieht den 79-jährigen Winzer zusammen mit Felix auf dem Foto. Falls Sie sich fragen sollten, Manuel steht links (kleiner Scherz, Felix!). Bei der Probe mussten wir ein paar „Frösche küssen“, wie Felix es ausdrückte, ehe wir zur umso schöneren Prinzessin gelangten: Als aufsehenerregend entpuppte sich der Rotwein „1368 Cerro Las Monjas“, Jahrgang 2003, eine Cuvée aus autochthonen und internationalen Trauben. Das Gewächs hat eine beeindruckende Klarheit, Balance und Frische, umso mehr, wenn man bedenkt, dass es sich um einen fast 20 Jahre alten, ungeschwefelten Naturwein handelt. Ick freu mir!


Bentomiz – Ariyanas Terruño Pizarroso 2016 (Axarquia)

Emily bei Bodegas Bentomiz, Andalusien

Auf dem Foto ist Emily zu sehen. Sie arbeitet im Hintergrund für Spaniens Weinwelten und steht hier einmal im Vordergrund, konkret in einem Weinberg von Bodegas Bentomiz. Das Winzerpaar Clara Verheij und Andre Both lud uns dorthin kürzlich zu ihrer Hochzeit mit dem Motto 80er-Jahre ein.
Gut 80 Jahre sind auch die Buschreben in diesem Weinberg alt. Die Sorte Moscatel de Alejandria wächst in der Axarquia auf purem Schieferboden. Clara und Andre keltern daraus die für mich (und nicht nur für mich) besten natürlichen Süßweine Spaniens. Ihr Ariyanas Terruño Pizarroso ist das beste Pferd im Stall. Ein natursüßer Wein (nicht gespritet) aus in der Sonne getrockneten Trauben, ganz im Stile der Jahrhunderte alten Tradition der Axarquia. Mit einer verführerischen, vielschichtigen Aromatik, dazu eine brillante Frische und Balance. Großes Kino!


Cota 45 – Agostado Cortado 2017 (Sanlúcar de Barrameda)

Cota 45, Agostado

Die Weine von Ramiro Ibañez, dem Winzer von der Bodega Cota 45, “besitzen die Reinheit des Albariza, verzaubern mit einer märchenhaften Tiefe, erzeugen Gänsehaut”, schreibt der Master of Wine Janek Schumann in seinem neuen, wunderbar zu lesenden Buch New Wine Wave.
Damit ist im Grunde alles gesagt. Auch für mich sind die unter Florhefe gereiften, aber nicht gespriteten Lagenweine von Cota 45 das abwechslungsreichste, was die Sherry-Region derzeit zu bieten hat. Agostado Cortado stammt aus einem Mischsatz, der mit den Sorten Perruno, Uva Rey und Palomino bepflanzt ist. Der Wein ist im Holzfuder spontan vergoren, erfährt sechs Monate Reifung unter Florhefe und weitere drei Jahre Ausbau im Fuder. Enorm komplex, frisch und intensiv. Voller Charakter!


Fernando de Castilla – Palo Cortado Antique (Jerez)

Auf der Weinshow Vinoble, Andalusien

Der Herr mit Haar ist Fernando. Nicht Fernando de Castilla, sondern Fernando Romero, Vertriebsleiter des Weinguts Fernando de Castilla. Ich hoffe, das ist soweit verständlich? Jedenfalls hatte ich zuletzt gleich zweimal das Vergnügen die Sherrys dieses herausragenden Erzeugers ausgiebig zu verkosten, einmal zusammen mit Fernando auf der Weinshow Vinoble in Jerez.
Mein Favorit ist der Palo Cortado Antique mit einem Durchschnittsalter von über dreißig Jahren. Ein Palo Cortado reift in zwei Stufen: biologisch und oxidativ. Im Vergleich fällt die biologische Reifung unter Florhefe nicht so lange wie bei einem Amontillado aus. Entsprechend tendiert der Palo Cortado aromatisch eher in die Richtung eines rein oxidativ ausgebauten Oloroso (nussig, balsamisch und karamellig), hat aber einen vergleichsweise schlankeren Körper und mehr Biss, allerdings nicht so sehr wie ein Amontillado. Ich hoffe, auch das ist soweit verständlich?


Gonzalez Byass – Tio Pepe Fino Dos Palmas (Jerez)

Tio Pepe, Palmas-Reihe

Das Sherry-Gebiet steckt voller Geschichte und Geschichten. Eine ist die vom Onkel Sepp, auf spanisch “Tio Pepe”. 1835 gründete Manuel María González das Weingut im Alter von 23 Jahren (später schloss er sich mit dem englischen Weinagenten Robert Blake Byass zusammen).
Die damals in Jerez boomende Weinbranche war für den blutjungen Unternehmer allerdings ein unbekanntes Geschäft. Ergo suchte er Rat bei seinem Onkel José, den er „Tio Pepe“ nannte und der ihn in die Geheimnisse der Sherry-Herstellung einweihte. Der Onkel war außerdem ein Fino-Liebhaber, damals eher unüblich, da seinerzeit vor allem die wuchtigeren Oloroso-Stile populär waren, wie das Weingut einem heute erzählt. Jedenfalls benannte der Neffe die Finos zum Dank nach seinem Onkel, und Tio Pepe ist heutzutage die größte und bekannteste Sherry-Marke Spaniens.
Außerdem erhielt Onkel José einen kleinen Teil der Bodega, wo er sein persönliches “Solera del Tio Pepe” zum Genuss für sich und in Gesellschaft mit Freunden hatte. In diesem Raum werden die heutigen Finos der famosen Palmas-Serie erzeugt. Die ganze Weinreihe, siehe Foto, ist ein Erlebnis. Der Hauptunterschied: Una Palma reift sechs Jahre unter Florhefe, Dos Palmas acht und Tres Palmas zehn Jahre. Cuatro Palmas reift wiederum 12 Jahre unter Florhefe, die dann abstirbt und der Wein daraufhin über weitere Jahrzehnte oxidativ zum Amontillado reift.
Ich entscheide mich für den Fino Dos Palmas, der ungefiltert “en rama” abgefüllt ist. Tiefgoldene Farbe, im Geschmack ausdrucksstark, nussig und salzig, langes dezent bitteres Finish, insgesamt sehr trinkanimierend. Spitzenmäßig!


Gracia Hnos. – Tauromaquia Amontillado Viejisimo (Montilla-Moriles)

Grancia Hermanos, Tauromaquia Amontillado

Anders als das Sherry-Gebiet liegt die D.O. Montilla-Moriles nicht am Atlantik, sondern im Landesinnern in der Provinz Cordoba. Das Klima ist entsprechend kontinentaler und extremer. Die weißen, stark kreidehaltigen Albariza-Böden sind auch dort weit verbreitet, ebenso die Stile Fino, Amontillado und Oloroso (der Name Amontillado leitet sich sogar vom Ort Montilla ab!). Die Hauptrebsorte im Gebiet ist aber nicht Palomino Fino, sondern ganz klar Pedro Ximénez. Dieser Amontillado von Gracia Hermanos ist ein sortenreiner PX. Er ist scharf und intensiv, mit Anklängen von Haselnuss, Gewürzen und Trockenfrüchten, griffig am Gaumen und – natürlich – lang anhaltend.


Muchada-Leclapart – Lumiere 2019 (Sanlúcar de Barrameda)

Alejandro Muchada

Zwischendurch ein ganz “normaler” fabelhafter Weißwein vom Projekt der Winzer Alejandro Muchada aus Cádiz (im Bild) und David Léclapart aus der Champagne. In Sanlúcar de Barrameda erzeugen sie biodynamische Weißweine ohne Reifung unter Florhefe und ohne Anreicherung. Lumière 2019 ist ein sortenreiner Palomino Fino, dessen Trauben aus einem Weinberg in der bekannten Lage Miraflores stammen. Spontanvergärung und zehn Monate Ausbau in gebrauchten Bordeauxfässern. In der Nase sehr komplex, elegant am Gaumen mit einem erfrischenden salzigen Abgang.


Toro Albala  – Don PX 1973 (Montilla-Moriles)

Don PX 1973, legendärer Süßwein aus Montilla, Andalusien

Vor allem ist Montilla-Moriles für Süßweine aus Pedro Ximénez bekannt, insbesondere auch jene des legendären Weinguts Toro Albala. Auf der Weinshow Vinoble hatte ich das Glück ihren Don PX, Jahrgang 1973, probieren zu können. Es ist ein absoluter Wow-Wein, der an Intensität und aromatischer Komplexität nur schwer zu überbieten ist: Minze, Kaffee, Gewürze und vieles mehr, alles in wunderbarer Balance. Dazu eine ölige Konsistenz, die nicht klebt, sondern elegant über den Gaumen läuft. Der Wein hat über 300 Gramm Restsüße, schmeckt aber gar nicht besonders süß. Als ich ihn trank, wünschte ich, die Zeit würde stehen bleiben.
Der Don PX 1946 von Toro Albala erhielt übrigens 100 Parker-Punkte. Das Reifestadium des heute 76 Jahre alten Weins wird bei Parker immer noch als “früh” angegeben. In Andalusien ticken die Uhren anders, auch beim Wein.


Victoria Ordoñez – Voladeros Ghiara 2017 (Montes de Málaga)

Voladeros, Victoria Ordonez

Die zwei trocken ausgebauten Weißweine im Bild sind ähnliche und doch ungleiche Brüder. Victoria Ordoñez keltert sie aus uralten PX-Reben (Vor-Reblaus) aus den zwei Lagen Santo Pitar und Lagar Rovira in den Montes de Málaga. Man sieht die Winzerin auf dem Titelbild eingangs dieses Beitrags.
Ihr Voladeros 2017 reifte für ein Jahr in 500-Liter-Holzfässern und kommt mittlerweile auf vier Jahre Flaschenreife. Voladeros Ghiara 2017 reifte vier Jahre in einem einzigen 500-Liter-Fass und hat ein Jahr Flaschenreife. Vom 2017er gibt es nur 303 Magnum-Flaschen. Beide Gewächse stammen aus derselben Vergärung, sind nur quasi umgekehrt ausgebaut. Wir sprechen hier jeweils von einer Dimension, wie sie in Spanien bei den modernen Weißweinen einzig noch Winzer wie Rafael Palacios, Rodrigo Méndez, Envinate und Eulogio Pomares erreichen (die klassischen Rioja Blancos à la Tondonia und Ygay klammern wir mal aus, da sie schwer vergleichbar sind). Fragen Sie gerne beim Berliner Weinhändler Constantin Falk nach. Er war dabei und hat die Weine mit verkostet.
Ghiara war übrigens ein Onkel von Picasso, der Anfang des 20. Jahrhunderts in den Bergen von Málaga trockene PX-Weine kelterte, wohl ähnlich im Stil wie die heutigen von Victoria Ordoñez. Ganz Groß!


Viñedos Verticales – Filitas y Lutitas 2018 (Axarquia)

Vicente Inat, Vinedos Verticales, Axarquia, Andalusien

Ebenfalls in der Provinz Málaga befindet sich die Bergregion Axarquia. Moscatel de Alejandría ist die dortige Hauptsorte. Die Reben wachsen in teils extremen Steillagen und auf knallharten Schieferböden; die Weinberge befinden sich sehr nah an der Costa del Sol und liegen trotzdem schon auf bis zu 800 Metern Höhe. Vicente Inat erzeugt hier aus der Moscatel-Traube den hochinteressanten wie beeindruckenden Weißwein Filitas y Lutitas. Hochinteressant auch deshalb, weil dieses Gewächs viel tiefgründiger und ernsthafter ist, als man die fruchtbetonte Moscatel für gewöhnlich kennt. Der 2018er ist knackig, mineralisch und superfrisch, mit Aromen von Mandeln, weißen Blüten und Steinobst. Der zehnmonatige Ausbau erfolgte in einem über 100 Jahre alten Brandy-Fuder (3.300 Liter). Absolute Spitze!


Weitere Infos:

Alle Beitragsfotos: © Thomas Götz, Spaniens Weinwelten

PS: Für Fortgeschrittene und Weinkenner biete ich ab 2023 wieder Weinreisen in Andalusien und ganz Spanien an. Wenn Sie eine Gruppe mit Größe von 5 bis 11 Personen sind und Interesse haben, kontaktieren Sie mich bitte gerne per E-Mail.

Hinterlasse einen Kommentar.

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.